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Samstag, 4. April 2026

Der stärkste Stoff - Norman Ohler


Norman Ohler schreibt exzellente Bücher, wie auch dieses interessante Exemplar,

sehr empfehlenswert ist auch 'Der totale Rausch' 




Wie LSD von Albert Hofmann zuerst 1938 gefunden und dann 1943 durch 'Zufall' entdeckt wurde und wie der stärkste Stoff der eigentlich als Heilmittel gedacht war durch Typen wie Timothy Leary zu einer Droge missbraucht wurde. Albert Hofmann sah in dem Stoff die beste Art um sich selbst zu erforschen und frieden mit dem Universum zu finden. Aber wie die Welt so funktioniert wurde LSD als Kampfmittel erforscht, die CIA bestellte grosse Mengen und erforschte das Mittel gegen die Russen im Kalten Krieg. Sie sahen 2 Möglichkeiten, zum einen in Verhörsituationen Vorteile zu erlangen oder feindliche Kämpfer so zu verwirren, dass sie ohne zu töten ausser Gefecht gestellt werden können. Infolge des Massenkonsums der Hippies während dem Vietnamkrieg wurde LSD 1966 verboten und alle Forschungen für Arzneimittel kamen zum erliegen. Das hat sich mittlerweile geändert LSD, Psilocybin und MDMA werden für bestimmte psychische Krankheiten erfolgreich eingesetzt.


interessante Exzerpte:

'Der sich auf die Erkenntnis seines Baslers Lokalhelden Paracelsus stützte, wonach in der Dosis das Gift liege und kein Ding per se giftig sei.'

'bizarre Methoden zur Heilung von Schizophrenie ausprobierte. Insgesamt 53 Patienten wurden in einen monatelang andauernden Tiefschlaf versetzt, dann dem sogenannten Depattering unterzogen: starken Elektroschocks verbunden mit hohen LSD-Dosierungen.'

'Unterstützt wurde Nixon bei seinem Antidrogenkampf von niemand Geringerem als Elvis Presley, der kurz vor Weihnachten 1970 seinem 'bewunderten Präsidenten' einen Überraschungsbesuch abstattete.'


Sonntag, 14. Dezember 2025

Anthony Hopkins - We did Ok, Kid

Diese Autobiographie hat mich berührt




Niemand hätte gerechnet, dass aus diesem Kind mit schlechten Noten und vielen Problemen mal ein genialer Schauspieler wird. In dieser Autobiographie beschreibt Anthony wie das Leben spielen kann und wie er von einem Schulversager zu diesem begnadeten Schauspieler wurde. Er war ein Einzelgänger und schottete sich von den anderen ab, hatte Aspergerische Züge und erlebte sein erstes Aha Erlebnis als in der Schule ein Film von Shakespeare aufgeführt wird. Von da an will er nur noch Schauspieler werden. Alkohol wurde zu seinem vertrauten bis er 1975 endgültig damit aufhören musste bzw. konnte. Als er trocken war kam seine Karriere richtig in Schwung, er wollte allerdings vom Theater wegkommen und schielte nach Hollywood. 1980 spielte er den Doktor in The Elephant Man, Regie führte David Lynch. Der Höhepunkt war 1991 mit 'Das Schweigen der Lämmer' als er den Psychiater und Mörder Hannibal Lecter spielte. Seinen 2ten Oscar bekam er 2021 als ältester Schauspieler der je einen Oscar bekam für den alten dementen Mann in 'The Father'. Einer seiner Lebensweisheiten: Höre nicht auf die anderen - ziehe dein eigenes Ding durch.


interessante Exzerpte:

"Man darf sich nicht von Unbefugten runtermachen lassen."

"Eine Strassenecke von meinem Hotel entfernt, befand sich Dean Martins Bar, Dino's Lodge, auf dem Sunset Strip. An den meisten Abenden sass ich dort und trank meinen Tequila, bis ich rausgeworfen wurde. Ich hoffte, Dean Martin würde hereinkommen und einen mit mir trinken, aber das ist nie passiert."

"Auf jeden Fall war er eines Samstagabends bei mir, als ich betrunken mit Blackout am Steuer sass und durch Beverly Hills fuhr. Ich war die ganze Nacht von Arizona hergefahren, ohne zu wissen, was ich da eigentlich tat. Ich hätte jemanden umbringen können. Ich hätte eine ganze Familie auslöschen können."

"Weil Sie genauso irre sind wie Nixon. Ich habe in Zeitschriften und Zeitungen ein paar Interviews mit Ihnen gelesen, und darin sprechen Sie von Paranoia und Unsicherheit - das ist Nixon."

"Das Ego macht alles zunichte."

"Ich weiss nicht, wer hier das Sagen hat, aber wer auch immer es ist, er hat einen ausgezeichneten Sinn für Humor."

Mittwoch, 19. November 2025

Empire of AI - Karen Hao

 Hab mir dieses KI kritische oder besser gesagt Open AI und Sam Altman kritische Buch reingezogen




Das Buch eröffnet mit einem Zitat von einem Professor der schon 1966 den ersten Chatbot Eliza entworfen hatte und gesagt hat, das Menschen wenn sie wissen was hinter KI steckt nicht mehr von ihr 'verführt' werden können. Und das KI oder AI ein Marketingtrick ist. Nur das jetzt eine riesige Industrie daraus entstanden ist die viel Euphorie durch den Chat-GPT Moment 2022/23 entfacht hat. Und wir eine regelrechte AI Bubble haben mit wahnwitzigen geplanten Investitionen in Datenzentren und Energie. Dabei zeigt Hao in ihrem Buch auf was wirklich hinter diesem magischen Trick steckt, dass Billigarbeiter mit sogenanntem menschlichen Feedback Bilder und Daten annotieren müssen. Das Open AI mit Sam Altman als Leader nichts anderes im Sinn hat als als erste 'AGI' zu entwerfen die dann alle Probleme der Welt lösen sollte und Investitionen von mehr als einer Billion rechtfertigen soll. Auch blickt sie hinter die Kulissen von Open AI und zeichnet Machtkämpfe, Probleme und Personalabgänge auf. Das Daten im Internet ohne zu fragen oder zu entlohnen einfach abgegriffen werden und 'verarbeitet' werden und diese dann Slop produzieren.


Hier noch einige interessante Exzerpte:

'The benefits of generative AI mostly accrue upward. Over the years, I've found only one metaphor that encapsulates the nature of what these AI power players are: empires.'

'You could parachute him into an island full of cannibals and come back in 5 years and he'd be the king' (Sam Altman)

'We now have machines that can mindlessly generate words, but we haven't learned how to stop imagining a mind behind them. I'm really concerned about what it means for people to increasingly be affected by the illusion, when that illusion is becoming so good.'

'With the rate of advancement in large language models slowing with the exhaustion of data and compute, the Research division had pivoted more heavily toward developing AI agents.'

'AI is just a land grab all over again. Big Tech likes to collect your data more or less for free - to build whatever they want to, whatever their endgame is - and then turn it around and sell it back to you as a service.' 

Mittwoch, 27. November 2024

Benedict Wells - fast genial

 Was für ein wunderbares Buch - richtige Belletristik. Das letzte Mal dass mir ein Buch so gefallen hat ist schon lange her. Riven Rock von T.C. Boyle war ähnlich lustig und geistreich.




Benedict Wells schreibt einfach unglaublich gut und dieses Buch schrieb er schon 2011. Ich hab auch Hard Land von ihm gelesen, aber diese Geschichte hat mir noch besser gefallen.

Francis der Hauptprotagonist, ein Teenager aus einem Trailerpark mit psychisch kranker Mutter und ohne Vater, reist mit seinem Kumpel und Freundin quer durch die USA um seinen angeblich genialen Vater zu suchen. Die angebliche Wahrheit der Geschichte beruht aber nur auf einer Samenbank in dem Genies gezüchtet werden sollten, welche es tatsächlich mal gab.

Die schönsten Exzerpte:

"...Pine-Tree-Trailerpark draussen am Stadtrand hausten. Es waren Verrückte, Verlierer oder kaputte Familien. Selbst die meisten Kinder wirkten schon verstört..."

"All diese verlorenen Gestalten, die nichts zustande brachten, die es nicht in sich hatten, je etwas Grosses zu stemmen. Und plötzlich durchzuckte es Francis. Er würde einmal so werden wie sie, egal wie sehr er sich wehrte. Er würde niemals von hier wegkommen."

"Mr. Monroe sagte, dass der intelligente Mensch auszusterben drohe. Während die Akademiker sich nicht mehr richtig vermehren, sondern nur noch Karriere machen würden und gerade Genies oft ohne Nachkommen seien, würden die Dummen ein Kind nach dem anderen in die Welt setzen."

"Ich meine, in den Filmen wird immer behauptet, dass man aus seinen Fehlern lernen und jemand anderes werden kann ... aber in den meisten Fällen ist das gelogen. In Wirklichkeit bleiben die Leute oft, wie sie sind."

"Aber schon mal daran gedacht, dass du dein Potential erst entfalten kannst, wenn du weisst, wer du bist?"

"Francis betrachtete lange das Foto seiner Mutter, und auf einmal bekam er eine Riesenwut, dass das Leben einen Menschen so zugrunde richten konnte. Dass es aus dem strahlenden Mädchen auf dem Foto die von Medikamenten zitternde Frau aus dem Trailer machen konnte..."

"Das Experiment schlug fehl, wie du weisst. Die meisten Geniekinder waren zwar überdurchschnittlich begabt, aber so genial wie Alistair Haley war sonst keiner."

"'Ich habe wirklich mal einen IQ-Test gemacht, und ich war fast genial'. 'Wieso, wie viele Punkte hattest du?' 'Ich hatte hundertacht'."

"Weil Las Vegas das Herz und das Mekka des White Trash war und er, Francis, dessen Ausgeburt."

"Es war alles so verrückt. Er liess wirklich eine winzige weisse Kugel über sein Schicksal entscheiden. Andererseits wusste er, dass er hier richtig war, denn das Leben war ohnehin nichts anderes als Roulettespielen."

"Er wusste, dass er sich von dem Schlag, eine halbe Million verloren zu haben, niemals mehr erholen würde. Er würde sich morgen freiwillig melden und ein völlig anderes Leben führen, vielleicht im Krieg sterben wie Brad Jennings' Bruder oder als seelischer Krüppel zurückkommen und bis zu seinem Tod ein verlorenes Dasein fristen."

Sonntag, 10. November 2024

Yuval Noah Harari - Nexus

 




Als ich ein einstündiges Youtube Interview über dieses Buch gesehen habe war ich angefixt und habe es gekauft. Er ist schon länger tief drin in der Materie der künstlichen Intelligenz und er sieht sie als anorganische Intelligenz, ja er schreibt 'Alien Intelligence'. Er sagt, dass sie kein Bewusstsein haben muss und dass sie wie Agenten selbstständig handeln können. Er sieht die künstliche Intelligenz als wichtigere neue Technologie als der Buchdruck und sogar die Schrift an, da sie Informationen nicht nur vervielfältigen kann, sondern selber interpretieren bzw. analysieren und verändern kann.

Da die grossen Techfirmen massiv in den Ausbau weiterer Kapazitäten der Hardware investieren und keine Korrekturmechanismen bestehen, könnte dies in eine gefährliche Richtung laufen in denen uns die Kontrolle über die KI entgeht. Nicht à la Skynet in Terminator, sondern dass wir unsere Selbstständigkeit immer mehr der KI abgeben und uns von ihr manipulieren und infantilisieren lassen. Er schreibt, dass sie heute schon in vielen wichtigen Bereichen des Lebens über uns automatisch, ohne dass ein Mensch interveniert, bestimmt wie z.B. in Kreditanträgen, Bewerbungen, Formularen.

Hier noch einige interessante Exzerpte:

"Die künstliche Intelligenz ist dagegen in der Lage, selbst Kunst hervorzubringen und Entdeckungen zu machen. In den kommenden Jahrzehnten wird sie vermutlich sogar lernen, neue Lebensformen zu erschaffen, entweder durch die Programmierung von genetischem Code oder durch die Erfindung eines anorganischen Codes, der nicht-organische Wesen belebt."

"Die DNA versucht also nicht, Vorhandendes darzustellen, sondern sie trägt dazu bei, Neues hervorzubringen."

"...dann sorgt eine Zunahme und Beschleunigung der Information nur dafür, dass die relativ seltenen und kostspieligen wahrhaftigen Darstellungen unter der anschwellenden Flut minderwertiger Information verschwinden."    -> Social Media

"Da wir nicht verstehen, wie das Bewusstsein in kohlenstoffbasierten Lebensformen entsteht, können wir nicht vorhersehen, wie sich dieser Vorgang bei nicht-organischen 'Wesen' vollzieht."

"Leider haben zahlreiche Studien gezeigt, dass Computer selbst oft tief sitzende Vorurteile haben, sogenannte Biases. Sie sind zwar keine biologischen Wesen und haben auch kein Bewusstsein, doch es gibt so etwas wie eine digitale Psyche und sogar eine Art Intercomputer-Mythologie."

"Mit der Entwicklung des maschinellen Lernens gewannen die Algorithmen mehr Unabhängigkeit. Das Grundprinzip maschinellen Lernens besteht darin, dass sich Algorithmen selbst neue Dinge beibringen können, indem sie mit der Welt interagieren, so wie es Menschen tun."


 

Dienstag, 23. März 2021

Haruki Murakami - Erste Person Singular


So wie's aussieht hab ich einen neuen Lieblingsschriftsteller 




Haruki Murakami schreibt in diesem herausragenden Buch 8 Kurzgeschichten die mir im Gedächtnis geblieben sind. Vor allem weil seine Art zu schreiben mir sehr gut gefällt und ich mich mit seinem Stil identifizieren kann. Bin gerade an einem seiner Meisterwerke "Die Chroniken des Aufziehvogels" am lesen und bin begeistert. 

Hier noch ein paar Exzerpte:

"Sich zu verlieben, ist wie eine Geisteskrankheit, für die die Krankenkasse nicht zahlt"

"Es gibt schon ein paar Menschen, die ich nicht leiden kann. Leute die mir richtig auf den Nerv gehen"

"Und wahre Lebenserfahrung entsteht weniger aus dem Wissen, wie man einen Gegner schlägt, sondern vielmehr daraus, ein guter Verlierer zu sein"

"Übrigens begriff kaum einer von Schumanns Zeitgenossen das Herausragende an seiner Musik"

"...deshalb fand ich keinen Anschluss an die anderen Affen, obwohl sie mein eigenes Volk waren! Wir hatten nichts gemeinsam"

Dienstag, 8. Dezember 2020

Buch: Trading in the Zone

Ein spezielles und teures Buch ist Trading in the Zone von Mark Douglas.




Im ersten Kapitel geht es schon los, dass zuerst die fundamentale Analyse danach die technische Analyse und schliesslich die mentale Analyse kommt. Und dieses Buch geht komplett auf die mentale Analyse ein, mit der er sich selbst und viele Trader zu konstant erfolgreichen Tradern geschult hat. 

Hier sind die wichtigsten Punkte die ich aus diesem Buch herauskristallisieren kann:

Er sieht die Börse wie ein Casino indem alles möglich ist und wir als Trader nur unsere Besten Hände spielen, also nur einen Trade eingehen wenn wir einen Edge also einen Vorteil erhoffen. Die Besten Händler haben ihre Emotionen im Griff und können jeden Trade als einzigartig abhacken und bekommen auch keine Ängste nach mehreren Verlusttrades. Aller Wahrscheinlichkeit kommt nach jeder Verlustserie eine Gewinnsträhne.

Auch wichtig ist es aus seinen Verlusttrades zu lernen, sie zu protokollieren und zu analysieren. Schliesslich wollen wir nicht immer die gleichen Fehler machen. Es geht um unsere Einstellung nicht um den Markt, der Markt ist komplett neutral.

Das Risiko akzeptieren. Nur man selber ist verantwortlich - nicht der Markt, der ist völlig neutral. Neutral aber auch völlig erratisch und unberechenbar, daher nur handeln wenn man ein 3:1 Chance/Risiko sieht.

Man kann den Markt nicht schlagen, im Gegenteil wenn man es versucht wird man selbst geschlagen. Daher schuldet einem der Markt nichts. Mit dem Markt mitgehen und mit ihm gewinnen ist der Trick.

Mit in the Zone meint der Autor, dass man mit sich und dem Markt synchronisiert ist, ein unerschütterlicher Glaube an sich selbst und den Markt und auf den eigenen Edge - keine Angst zulässt.

Alles kann passieren, es braucht nur einen grossen Trader der eine Gegenposition eingeht. Das merkt man schnell wenn eine Position gegen einen läuft, dann sollte man den Verlust realisieren.

Der Schlüssel ist in Wahrscheinlichkeiten zu denken. Der normale Trader will mit jedem Trade gewinnen, was schlicht unwahrscheinlich ist, darum sind viele völlig verbissen in die technische Analyse. Wenn man die Unberechenbarkeit des Marktes vollkommen akzeptiert kann man diese Frustration überwinden.


 


Samstag, 6. Juni 2020

Buch: Offiziell Geleugnet


Nachdem ich ein höchst interessantes Interview von Steven M. Greer gesehen hatte, musste ich sein Buch darüber unbedingt haben.





Das Buch allerdings war für mich enttäuschend, der erste Teil über die Sichtungen und Begegnungen war weit weniger interessant und glaubwürdig als in seinem Interview bei Valuetainment. Ist also gut möglich das dies ein riesen cashgrab ist. Andererseits hofft man natürlich auch dass es stimmt und es uns weit weiterentwickelte friedliche Wesen im Weltall gibt.

Das interessanteste für mich war Kapitel 2 hier ein paar Auszüge:

"Ich erlebte eine Nahtoderfahrung und fand mich plötzlich von meinem Körper befreit wieder. Mein Bewusstsein wurde in die Tiefen des Alls getragen..."
"Meine Individualität verblasste und floss in das grenzenlose, reine unendliche Bewusstsein ein..."
"Aus Sicht unserer begrenzten Dreidimensionalität war ich gestorben, aber daran war nichts Furchterregendes - nur ein unendliches Bewusstsein, tiefe Freude und die Wahrnehmung einer endlosen, vollkommenen Schöpfung."

"Ich lernte nicht nur, dass man den Tod nicht zu fürchten braucht, sondern auch, dass es den Tod in Wirklichkeit gar nicht gibt. Es gibt lediglich eine interdimensionale Transformation von einem Zustand in einen anderen..."

"So wie ich gelernt habe, den Kosmos zu verstehen, ist die Grundlage jeglicher Existenz - jedes Atoms, jedes Sterns, jedes Moleküls und jeder Person - eine nicht örtlich begrenzte Essenz, non-lokal, die an jedem Punkt in Zeit und Raum gegenwärtig, aber durch keinen Aspekt des Raumes, der Zeit oder der Materie gebunden ist. Diese Essenz ist wach, intelligent und besitzt Wissen. Sie ist sich ihrer selbst bewusst... Sie ist in jedem Grashalm vorhanden und durchdringt die Weite des Weltraums bis zu den äussersten Enden des Universums - und doch lässt sie sich nicht teilen oder an einem bestimmten Punkt im Raum, in der Zeit oder in der Materie lokalisieren."




Freitag, 14. Februar 2020

The Secret - Das Geheimnis




In diesem Buch geht es darum, dass wir mit unseren Gedanken die Geschehnisse in der materiellen Welt beeinflussen bzw. anziehen. Dass dies wie ein Naturgesetz wirkt. Sie vergleichen dieses Gesetz der Anziehung mit dem Gesetz der Schwerkraft.

Zur berechtigten Kritik, dass wenn dies wahr wäre, warum leben dann nicht alle Menschen im Paradies - beantwortet die Autorin, dass die meisten Menschen sich Gedanklich grösstenteils mit Problemen beschäftigen (An das denken was sie nicht wollen). Und diese somit auch anziehen. Kann vielleicht jeder nachvollziehen der schon Depressionen hatte. Die negativen Gedanken ziehen negatives in der realen Welt an. Und dies gilt auch vice versa, es gibt Menschen die strahlen Positivität aus, weil sie auch positive Gedanken haben.

Allerdings ist mir das Kapitel mit dem Geld zu esoterisch, dass man nur an Wohlstand und Fülle denken muss, und man werde mit Gutscheinen und Schecks beschenkt.

Exzerpte:

Wie oben, so unten. Wie innen, so aussen   Smaragdtafel 3000 BC

Damals konnte ich nicht ahnen, dass mir aus meiner tiefsten Not das grösste Geschenk erwachsen sollte.

Das Geheimnis ist das Gesetz der Anziehung! Alles, was in Ihr Leben kommt, ziehen Sie selbst in Ihr Leben herein. Es wird zu Ihnen gezogen aufgrund der Bilder, in denen Sie denken. Es ist, was Sie denken. Was immer in Ihrem denkenden Geist vorgeht, ziehen Sie zu sich heran.

Die grössten Lehrer aller Zeiten stimmen darin überein, dass das Gesetz der Anziehung das mächtigste Gesetz im Universum ist.

Die wichtigste Frage, die sich ein Mensch stellen kann, lautet: "Ist das Universum ein freundlicher Ort?"

Wenn Sie Ihre Lebensumstände verändern wollen, müssen Sie zuerst Ihr Denken ändern.

Die meisten Menschen betrachten ihre derzeitigen Lebensumstände und sagen: "Das ist, wer ich bin." Das stimmt nicht.  Das ist, wer Sie waren.

Erfolg kommt von innen, nicht von aussen.

Weil nur eine Person für Ihre Freude, für Ihr Glück zuständig sein kann, und das sind Sie selbst.

Man hat herausgefunden, dass der menschliche Geist der wichtigste Faktor in der Heilkunde ist.

Der Placeboeffekt ist ein Beispiel für das Gesetz der Anziehung in Aktion.



Dienstag, 2. April 2019

Der Wissenschaftswahn

Rupert Sheldrake: Der Wissenschaftswahn - Warum der Materialismus ausgedient hat





Schon länger bin ich am lesen dieses interessanten Buches.

Es geht im Grunde darum, dass die materialistische (Natur)Wissenschaft mit ihrem Reduktionismus auf die kleinsten Teilchen und der Verneinung der geistigen Ebene zu einseitig geworden ist. Es fehlt ihr schlicht das Gegenpol - Die geistige Ebene, das Bewusstsein.


Hier erwähnenswerte Exzerpte:

1927 wurde mit der Entdeckung des Unschärfeprinzips in der Quantenphysik deutlich, dass die stoffliche Welt ihrer Natur nach letztlich nicht determiniert ist... Der Zufall bestimmt, ob in einem Quantenereignis diese und nicht jene Möglichkeit realisiert wird.

Statt der Dualität von Materie und Geist gab es jetzt nur noch Materie. Das ist die Philosophie des Materialismus, die seit der zweiten Hälfte des neunzehnten Jahrhunderts das naturwissenschaftliche Denken beherrscht.

Dem Reduktionismus fehlt jetzt einfach die solide atomare Basis für die Erklärung aller Phänomene des Lebens. Und davon einmal abgesehen: Organismen sind - unabhängig von der Frage, wie viele subatomare Teilchen es gibt - Ganzheiten, und wenn man sie auf ihre Bestandteile reduziert, muss man sie töten und ihre chemische Zusammensetzung ermitteln. Dabei zerstört man aber gerade das, was den Organismus zum Organismus macht. Ich musste mich bereits als Student in Cambridge mit der Beschränktheit des Reduktionismus auseinandersetzen.

Es wurde untersucht, wie weit erlernte Gewohnheiten nach der Zerstörung verschiedener Teile des Gehirns erhalten bleiben, und dies führte zu einer scheinbar paradoxen Schlussfolgerung: "Das Gedächtnis ist überall, aber nirgendwo im Besonderen".

Ein junger Mann, Absolvent der Sheffield University mit einem erstklassigen Abschluss in Mathematik, hatte einen IQ von 126, aber "praktisch kein Gehirn". Bei ihm war die Schädelhöhle mit einer etwa einen Millimeter dicken Schicht von Gehirnzellen ausgekleidet und ansonsten mit Flüssigkeit gefüllt.

In den meisten traditionellen Gesellschaften, falls nicht in allen, scheint Gedankenübertragung eine Selbstverständlichkeit zu sein und wird praktisch genutzt.

Ihm ging auf, dass sich Licht aus der Perspektive eines mit Lichtgeschwindigkeit reisenden körperlosen Geistes nicht bewegt und dass keine Zeit vergeht. Diese Szene, die er erstmals 1896 mit sechzehn Jahren vor sich sah, liess ihn über Jahre nicht mehr los und spielte eine wichtige Rolle für die Entwicklung seiner Relativitätstheorie.

Ihre beiden modernen Grundtheorien, die Quantenmechanik und die allgemeine Relativitätstheorie, sind nicht miteinander vereinbar.




Donnerstag, 28. März 2019

Die Verschwörung der Idioten

Vor Jahren hab ich dieses sehr spezielle Buch gelesen:




Der Autor lebte ein Leben abseits der Norm und weil er daher diskriminiert wurde nahm er sich schlussendlich das Leben. Es hat ihn aber nicht davon abgehalten diesen Roman zu veröffentlichen. (posthum durch seine Mutter). Interessant ist auch, dass er seinen Roman mehrmals umschreiben musste bis der Verlag ihn akzeptierte. Obwohl er ganz offensichtlich ein Juwel ist. Ich habe bei keinem anderen Buch so laut lachen müssen/dürfen.

Hier ein paar Exzerpte von tollen Passagen:

"Das war kein Junge", sagte Mancuso. "Der Kerl war dick und fett und komisch angezogen. Er sah aus wie ein verdächtiges Subjekt.

Eine Ausnahme bildete lediglich Miss Trixie, die achtzigjährige Hilfsbuchhalterin, die seit bald einem halben Jahrhundert die Bücher von Hosen-Levy mit ungenauen Zahlen vollschrieb.

Und eine Frau rief an und sagte, dass sie kündige und zur Fürsorge gehe.

Zur Schule konnte ich nie, keine Zeit und kein Geld. Hab immer nur am Stand gesessen und Austern aufgemacht. Und zwischendurch hat Mama mir eine geknallt wegen irgendwas.

Wenn ich was gelernt hätte, müsste ich nicht bei der alten Nutte den Boden aufwischen.

Ich kann dir sagen, im Hotdog-Gewerbe ist es nicht einfach, anständiges Personal zu finden.

"Du hast schon dein eigenes Leben ruiniert, jetzt mach nicht auch noch das von Miss Trixie kaputt".

"Wie eine Nutte siehst du aus in deinem orangen Kleid. Und was soll dieses schweinische Stöhnen? Wie eine besoffene Nymphomanin, die es sich im Hinterhof besorgen lässt".

"Ach weisst du, der würde das Geld eh nur versaufen".

"Bei denen komm ich nicht an gegen diese Lee-Nutte, die schon für jeden zweiten Bullen in New Orleans die Beine breitgemacht hat".


Samstag, 16. Juni 2018

Alan Watts - Lebe jetzt!

Alan Watts war ein sehr interessanter Philosoph des 20igsten Jahrhunderts. Hier werde ich seine wichtigsten Sätze vom Buch Lebe jetzt! Der Weg der Befreiung zitieren:





"Worte drücken nur einen winzigen Bestandteil dessen aus, was der Mensch weiss, denn was wir sagen und denken können, ist immer unermesslich viel weniger als das, was wir erfahren."

"... dass willentliches und unwillkürliches Tun im Wesentlichen identisch sind."

"Hat man erfasst, dass diese scharfen Trennlinien zwischen Ich und Umwelt und willkürlich und unwillkürlich zwar allgemein üblich sind, aber nur innerhalb von begrenzten und ein Stück weit willkürlichen Perspektiven gelten, so stösst man zu einer Art von Erfahrung vor, auf die Formulierungen wie 'Eines ist Alles und Alles ist Eines' durchaus passen. Denn mit diesem Eines-sein ist das Verschwinden einer starren Grenzlinie, eines rigiden Dualismus gemeint."

"Unser Leben besteht im Wesentlichen aus Tätigsein, aber wir haben die Fähigkeit, unser Tätigsein durch Nachdenken zu überprüfen. Zu vieles Nachdenken bremst und lähmt das Tätigsein"

"Ein Ausweg aus dieser bizarren Lage eröffnet sich zu Beginn der Einübung in das Zen dann, wenn einem aufgeht: 'Ich selbst, so wie ich bin, bin ein Buddha. Denn im Zen geht es nicht eigentlich darum, ein Buddha zu werden, sondern als Buddha zu handeln."

"Je stärker unsere Teleskope werden, desto weiter dehnt sich das Universum aus. Wir selbst sind es, die vor uns selbst davonlaufen."

"Albert Camus hat am Anfang seines Buchs Der Mythos von Sisyphus die folgende sehr feinsinnige Bemerkung gemacht: 'Die einzig echte philosophische Frage lautet, ob man Selbstmord begehen soll oder nicht."

"Mir scheint es völlig offensichtlich zu sein, dass wir keine Zufallsprodukte sind."

"Der springende Punkt ist also: Das Leben hat wie die Musik seinen Zweck in sich selbst."

"... jemanden von der Halluzination, ein von Haut umgebenes Ego zu sein, zu befreien, besteht darin, den Betreffenden irgendwie zu verblüffen."

"... sondern um ein Einssein, das sich gerade in den Unterschieden manifestiert, die wir wahrnehmen. Alles ist polar, wie die beiden Pole eines Magneten."

"Der Buddha sagte, die Weisheit könne nur aus dem Verzicht auf das selbstsüchtige Begehren oder Wollen kommen."

"Der Weg zur Hölle ist mit guten Vorsätzen gepflastert."

"Wenn wir uns in die Prozesse der Natur einmischen und effizientere Pflanzen und Tiere züchten, müssen wir auf die eine oder andere Weise immer dafür bezahlen."

"Je mehr Vielfalt und je mehr Fertigkeiten wir verfügen, desto besser werden wir gestellt sein."

"... und man behandelt das äussere Symptom statt der inneren Ursache."

"Wenn es nun darum geht, einen Menschen zu heilen, meinen wir ja, es sei fast alles erlaubt: die kompliziertesten Operationen; Menschen tagelang an Schläuche anzuschliessen und mit Röntgen- und Laserstrahlen zu beschiessen, um krankes Gewebe wegzubrennen; Menschen Schockbehandlungen auszusetzen; Menschen in die farblosen, monotonen Korridore der Nervenheilanstalten einzusperren, weil sie nicht verstehen können, was man von ihnen eigentlich erwartet, und weil das die Psychiater selbst auch nicht wissen. Es ist eine Art von kafkaeskem Albtraum."

"Sie sehen, es zeugt von schlechtem Geschmack, wenn man unter seinen Kollegen auf seinem Gebiet brillant ist, denn damit stellt man die Kollegen in den Schatten. Aus diesem Grund neigt die Fakultätbelegschaft dazu, eine gelehrte Mittelmässigkeit einzuhalten."

"Folglich ist das der Sachverhalt: Die ganze Vorstellung von der Besserung seiner selbst ist nichts als Lug und Trug."

"... wenn sie auf diese Weise vom Wahn befreit sind, immer gleich alles verbessern zu wollen, Ihre eigene Natur anfängt, sich um sich selbst zu kümmern. Wenn Sie erst einmal damit aufhören, sich selbst im Weg zu stehen, entdecken Sie, dass alles Wichtige, was Sie tun, Ihnen in Wirklichkeit zufällt."

"Er sagte, der Buddha habe gelehrt, dass das Leben Leiden sei, um die falsche Auffassung zu korrigieren, das Leben müsse nur aus Freuden bestehen."

"Innerhalb eines Körpers gibt es kein Organ, das alle anderen regiert; seine Ordnung und seine Funktion kommen dadurch zustande, dass alle seine Einzelteile miteinander da sind, simultan wirken, sich gegenseitig ermöglichen."

"... dass man im Leben nur dann Erfolg hat, wenn man ihn nicht vorsätzlich erreichen will und wenn man nicht versucht, ihn in den Griff zu kriegen."

"Die Achse der Gegensätze ist also die Wahrnehmung ihrer Polarität. Ihre Verschiedenheit ist explizit, aber ihre Einheit ist implizit."




Samstag, 7. Januar 2017

T.C. Boyle - Riven Rock



Der steinreiche Erbe Stanley McCormick leidet unter sexuellen Wahnvorstellungen und kann mit keiner Frau allein gelassen werden - schon gar nicht mit seiner eigenen. Katherine Dexter aber hält ihrem Mann ein halbes Jahrhundert lang die Treue und wird zur Vorkämpferin der Frauenemanzipation.



"Und er wusste auch, warum er krank war. Es war ihretwegen, wegen dieser Huren."

"Schizophrenie, korrigierte ihn der Arzt. Kraeplins Begriff - wörtlich 'vorzeitiger Irrsinn' - ist nicht halb so brauchbar wie der von Dr. Jung."

"Ein Schizophrener, wie Mr. McCormick und vor allem seine Schwester, wird von dieser Krankheit zweigeteilt, so dass er sich aus der Realität in eine von ihm selbst erfundene Nebenwirklichkeit zurückzieht, eine Art Albtraum im Wachzustand, wie ihn sich niemand vorstellen kann."

"...vor allem auf Frauen, er brüllte 'Fotze', 'Schlitz', und 'Hure', bis die Wände vibrierten."

"Das war eine Prostituierte, eine putain, eine Hure. Die hat dich und tausend andere Männer gehabt".

"O'Kanes Blick sagte ihm alles, was er zu wissen brauchte: Die Frau des Psychiaters war ein Fall für die Klapsmühle."

"das waren grienende, altkluge, zu gross geratene Schuljungen, die Frauen wie Hüte anprobierten und Prostituierte aufsuchten, ohne sich viel mehr dabei zu denken als gingen sie zum Friseur oder zum Schneider."

"Nutte: 'Der wird mir doch nichts tun, oder?' "Nein", beruhigte O'Kane sie, "nein, er tut dir nichts. Ausserdem haben wir ihn ja sowieso fixiert".

Mittwoch, 18. Mai 2016

André Kostolany - Die Kunst über Geld nachzudenken

André Kostolany war der Börsen - Altmeister schlechthin (1906-1999)

Sein wahrscheinlich bestes Buch ist "Die Kunst über Geld nachzudenken", indem er all seine Lebensweisheiten die er an und in der Börse über die vielen Jahre (80) als Spekulant angehäuft hat.



Folgend einige interessante Auszüge, die sich auch heute nicht verändert haben in den Zeiten von High Frequency Trading (welches sich wieder zurückbildet, da es sich selbst totgelaufen hat) und billigen Onlinebrokern.

"Ich will nicht behaupten, das kapitalistische Wirtschaftssystem, das auf dem Drang nach Geld aufgebaut ist, sei gerecht. Nein, es ist ein Betrug, aber geben wir zu - ein verdammt guter Betrug."

"Spekulation ist eine Kunst und keine Wissenschaft."

"Balzac schrieb in seinem Traktat über das "Elegante Leben", es gebe drei Arten von Menschen; Menschen, die arbeiten, Menschen die denken, und Menschen, die nichts tun. Der richtige Spekulant ist derjenige, der denkt."

"Ich bin meistens zur Börse gegangen, weil ich nirgendwo so viele Dummköpfe pro Quadratmeter treffen konnte wie dort."

"Viele Laien bezeichnen die Börse immer auch als Thermometer der Wirtschaft, was sie aber nicht ist."

"Der erste Faktor ist das Geld. Geld ist für die Börse wie der Sauerstoff zum Atmen."

"Deflation: Die grösste Katastrophe für die Börse"

"...Denn die Börse ist Massenpsychologie."

"...Aktien auf Kredit zu kaufen ist verboten."

"Denn wie heute konnte man dem Publikum alles versprechen. Nichts ist leichter, als den Leuten Wertpapiere zu verkaufen, deren Kurs schon gestiegen ist."

"... ein so eingefleischter Baissier wie zu Beginn meiner Karriere war ich nie wieder."

"...befinden sich an der Aktienbörse unter hundert Spekulanten nur fünf Baissiers."

"...Ein grosser Finanzier kann auch ein schlechter Spekulant sein."

"Es liegt auf der Hand, dass die Kurse der Aktien niemals ihrem wahren Wert entsprechen. Sie sind immer höher oder tiefer."

"Chartlesen ist eine Wissenschaft, die vergebens sucht, was Wissen schafft." 

[Mein Kommentar: als Chartist dazu: Er hat gar nicht so unrecht, denn wie er selber erlebte, kannte er keinen richtigen Chartisten [Börsenspieler, die nur aufgrund von Chartsignalen handelten - aber zu oft] der langfristig Gewinn machte. Man sollte Charttechnik und Fundamentaldaten 50% geben.]

"Wenn er selbstständig denkt, ist er 90% seiner Kollegen bereits überlegen, ganz egal wie wieviel sie arbeiten."






Dienstag, 16. April 2013

EGO Das Spiel des Lebens

Buchempfehlung:





In diesem interessanten Buch vom Universalgelehrten Frank Schirrmacher geht es darum, dass die moderne Ökonomie des human oeconomicus eigentlich nichts anderes ist als die Theorie der Spieltheorie von John Nash, welche besagt, dass Menschen nur Egoisten sind und in jeder möglichen Lage das Maximum für sich selbst herausholen wollen. Das stimmt in extremis nur für Menschen welche wahre Psychopathen und/oder pathologische Lügner sind. Die meisten Menschen denken an das Gemeinschaftswohl und an das grössere Ganze.

Er beschreibt auch, dass sie diese Spieltheorie an ganz normalen Menschen wie Krankenschwestern ausprobiert haben, nur hat dies nicht funktioniert weil diese Frauen das Allgemeinwohl höher schätzen als ihren eigenen Profit.

Aber er schreibt auch, dass der Mensch zur Maschine gemacht werden kann (+ interessante Auszüge):

--> Der Computer simuliert den Gedanken, wenn der Gedanke computergerecht simuliert wurde; der Automat simuliert einen Menschen, wenn der Mensch automatengerecht definiert wurde (zero intelligence). UND GENAUSO FUNKTIONIEREN DIE ALGORITHMEN an der BÖRSE: NULL INTELLIGENZ dafür Rechenkraft und Schnelligkeit in Mikrosekunden.

"Es sind nicht einmal mehr Vermutungen, nicht einmal mehr Beschreibungen von Märkten, nein sie (die Algorithmen) erschaffen Märkte."

"Es begann, was Morrison einen akademischen "Gold Rush" nennt, der Hype wie eine Parodie auf jene Vordenker der Finanzmärkte, die im 21. JH mithilfe der Computer und Algorithmen aus nichts Gold machen wollten."

"Weltweit wuchs  der spekulative Wert von Derivaten von null im Jahre 1970 auf 1.2 Billiarden Dollar im Jahre 2010 und ist damit 20x grösser als das Bruttosozialprodukt der ganzen Erde."

"was er "nicht kognitives Lernen" nennt - ein Lernen, das nicht mehr "verstanden" werden muss; es ist eine Vernunft, die Wissen und Information vertauscht und in der es nicht mehr darum geht, eintreffende Informationssignale zu verstehen und zu durchdringen, sondern lediglich zu empfangen und weiterzuleiten."

"Manipulation der Dinge durch Wissenschaft, sondern um die Manipulation der Seele durch eine Art digitale Alchemie"

"Es stimmt, dass das Internet eine Quelle unendlichen Wissens ist und dass es beeindruckende Beispiele kollektiver Intelligenz gibt. Aber wie stets in der Informationsgesellschaft verändert sich dieses Bild sofort, wenn der Cyberspace von den Märkten annektiert wird."

"Er wuchs allen über den Kopf. Und schliesslich, im Mai 2010, sah eine verblüffte Welt zum ersten Mal bewusst, was geschehen kann, wenn Nummer 2 die vollständige Kontrolle übernimmt."

"Im Jahre 2008 waren diese Trader massgeblich an einer Operation beteiligt, in der Griechenland seine Schulden mithilfe von Derivaten loswurde, in denen Goldman Sachs diese Schulden vor den Augen der Welt buchstäblich verschwinden liess. Dieser Trick brachte der Investmentbank ungefähr 300 Millionen Dollar ein."

"Die internationalen Finanzmärkte haben sich zu einem Monster entwickelt"

"Um das Verhalten von Ökonomischen Agenten in der Wirtschaftstheorie vorherzusagen, muss nichts daran wahr sein, es muss nur von allen geglaubt werden."

Dies bezieht sich doch auf unseren Markt die Börse, gemacht vom Prinzip der unsichtbaren Hand (wenn viele unabhängige Mitstreiter schlussendlich den fairen (mittelmässigen) Preis herausfinden [indem sie sich gegenseitig neutralisieren]) bis zur Börse welche wir heute vorfinden die in Mikrosekunden durch automatische Algorithmen den Menschen ausbooten kann.

Aber dieses Prinzip der maximalen Ausbeutung hat es bis ins Finanzsystem der modernen Welt durch Algorithmen geschafft. Die heutige Börse funktioniert durch solche unmenschlichen Algorithmen welche den Menschen schon seit Jahren abgelöst haben. Die Transaktionen werden immer schneller ausgeführt, dies bezweckt unter anderem, dass Trends viel schneller ablaufen als früher.




Hier folgt ein Auszug aus dem Appenix:

Dieser künstliche Agent sollte bei Auktionen immer sein persönliches Optimum erzielen, und zwar genau in der Weise, wie Menschen das angeblich tun: durch die spieltheoretische Berechnung des Nash-Equilibriums. Zwei Jahre später schien es so weit zu sein. Die Ökonomen Dhananjay Gode und Shyam Sunder kreierten - in einem mittlerweile hässlichen Experiment  - unter Laborbedienungen einen künstlichen Markt, in dem Nummer 2 in zwei Versionen agierte. In einer Version gab er auch Geld aus, das er gar nicht hatte, in der zweiten Version waren ihm Beschränkungen auferlegt, sodass er sein Budget nicht überziehen konnte. In beiden Fällen lag sein IQ bei null. Er kaufte, verkaufte, hielt sich an die Regeln des Marktes und die des Professors Nash.

Die Ergebnisse zeigten, dass die zweite Version nicht mehr von menschlichen, digital agierenden Tradern zu unterscheiden war. Ein Triumpf nicht nur für die Software, sondern auch für das neoklassische Ökonomieverständnis: Auch bei Null-Intelligenz kann man vernünftig handeln, wenn man sich den Gesetzen des Marktes unterwirft. "Märkte als partieller Ersatz für individuelle Rationalität", nannten das die beiden Ökonomen.

...

Aber die Lage änderte sich bereits Ende der Neunzigerjahre dramatisch. Zwar gab es damals schon Algorithmen im Trading, aber sie verhielten sich eindimensional, kleine "Einzeller, die nach einem einfachen System von Regeln" nichts anderes taten als kaufen und verkaufen. (Scott Patterson)

Aber dann kaufte Golman Sachs 1999 "Hull Trading", eine Firma, von der neben ihrer Expertise in künstlicher Intelligenz und Algo-Trading bekannt war, dass sie eine Reihe erstklassiger Physiker der Fermilabs nahe Chicago beherbergte: Leute, die an der Entdeckung von Quarks beteiligt waren und die nach 1989 unter Druck staatlicher Mittelkürzungen an die Wall Street emigrierten. Dass Goldman Hull Trading kaufte, war ungefähr so, als hätte sich der Vatikan in eine Klonfabrik eingekauft. Oder wie es Scott Patterson im Nachhinein beschreibt: " Es markierte eine Verschiebung von Goldman - dem Inbegriff der Old-School-Wall-Street-Firma - zugunsten des elektronischen Handels. Eine Verschiebung, die Goldmans Aufstieg zur Macht in den 2000er-Jahren vorbereiten sollte, einer Zeit als Goldman zu einem der aggressivsten und geschicktesten Trading-Goliaths der Welt wurde." 

Dienstag, 26. März 2013

The Signal and the Noise

Buchempfehlung:




Der brillante Statistiker und Probabilitätsfreak Nate Silver erklärt in diesem Buch wie er an verschiedene Probleme herangeht um die grössten Wahrscheinlichkeiten herauszufinden. Er wendet seine Schätzungen auf Themen wie Wahlen, Poker, Baseballspiele, Wettervorhersagen, Erdbeben, und auch den Börsenmarkt an.

Ihm fällt vor allem die Schnelllebigkeit an der Börse auf, und dass sich die Börse durch zunehmendes HighFrequencyTrading quasi Selbstständig gemacht hat. Auf folgender Grafik ist die durchschnittliche Haltedauer von Aktien zu sehen.





Der Subtitel "if you can't beat 'em" bezieht sich auf die effiziente Markttheorie, die besagt, dass der Markt das aktuelle kollektive Wissen aller Marktteilnehmer abbildet. Somit kann man theoretisch gegen den Markt nicht gewinnen, jedenfalls auf lange Sicht gesehen.

Aber auch die effiziente Markttheorie hat ihre Tücken. So unterliegt auch das kollektive Urteil der Teilnehmer unter Fehleinschätzungen. Am besten erkennt man diese durch Blasenbildungen. Nate Silver schreibt "In fact, a market that makes perfect predictions is a logical impossiblity".

Die berüchtigte unsichtbare Hand von Adam Smith funktioniert nur effizient wenn die Masse auf dem Markt unabhängig gegeneinander spielt "Instead of our mistakes canceling one another out, which is the idea behind the wisdom of crowds" und sich Gegenseitig neutralisiert. Dies ergibt dann das Markteffiziente Gleichgewicht.

Er hat auch herausgefunden, dass der Markt seinen Charakter dauernd ändern kann und somit früher erfolgreiche Strategien in Zukunft versagen werden. Hier setzen die Elliott Wellen an, sie versuchen schliesslich nichts anderes als den Charakter des Marktes zu erfassen.

Er vergleicht Erdbeben mit dem Aktienmarkt, beide seien nicht zufällig aber auch nicht voraussehbar: "Like the historical patterns on the frequency of earthquakes, stock markets data seems to occupy a sort of purgatory wherein it is not quite random but also not quite predictable."

Als Abschliessendes Zitat meint er, dass man nicht dem blöden Spruch "Der Markt habe immer recht" auf den Leim gehen soll:

"What's clear, however, is that we'll never detect a bubble if we start from the presumption that markets are infallible and the price is always right. Markets cover up some of our warts and balance out some of our flaws. And they certainly aren't easy to outpredict. But sometimes the price is wrong."